Zwischen Anerkennung und Abschiebung: taz berichtet über die bedrohliche Lage von Êzîd:innen
Drei Jahre nach der Anerkennung des Genozids an den Êzîd:innen durch den Deutschen Bundestag droht vielen Angehörigen der Minderheit in Deutschland die Abschiebung – insbesondere in Nordrhein-Westfalen. Die Tageszeitung taz beleuchtet in einem aktuellen Artikel diese dramatische Entwicklung und hat dafür auch mit unserer Beratungsstelle Pena.ger e.V. gesprochen.
Die aktuelle Abschiebepraxis versetzt viele Schutzsuchende in ständige Angst. In dem taz-Artikel vom 9. Januar 2026 schildern wir als Pena.ger e.V., wie drastisch sich die Situation in den letzten Wochen zugespitzt hat.
Die wichtigsten Kernpunkte des Artikels im Überblick:
- Hilferufe über die Feiertage: Allein rund um die Weihnachtstage erreichten unsere Online-Beratungsstelle zahlreiche akute Hilferufe von Êzîd:innen, darunter allein 14 aus NRW. Soniya Alkis, stellvertretende Vorsitzende von Pena.ger e.V., kritisiert im Artikel die Praxis der Behörden, Betroffene ausgerechnet während der Feiertage mit extrem kurzen Fristen zu konfrontieren, wenn Beratungs- und Unterstützungsstrukturen kaum erreichbar sind.
- Fehlende Dokumente und ständige Angst: Exemplarisch steht der Fall eines jungen Paares aus der Region Shingal. Ihnen wird mangelnde Mitwirkung bei der Passbeschaffung vorgeworfen – obwohl Êzîd:innen im Irak faktisch oft gar keinen Zugang zu gültigen Ausweisdokumenten haben.
- Der Irak ist nicht sicher: Während das BAMF Asylanträge zunehmend negativ bescheidet, warnen Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl ausdrücklich davor, Êzîd:innen in den Irak abzuschieben. IS-Kämpfer sind weiterhin in der Region aktiv, es mangelt an grundlegender Infrastruktur und Rückkehrer:innen landen meist in Zeltlagern.
- Forderung nach einem Schutzprogramm: Ein Lichtblick ist ein aktueller Antrag aller demokratischen Fraktionen im NRW-Landtag. Dieser fordert ein spezielles Schutzprogramm, das ausreisepflichtigen, straffreien Êzîd:innen, die seit mindestens zwei Jahren in NRW leben, ein Aufenthaltsrecht gewähren soll. Ob dies umgesetzt wird, hängt jedoch auch von der Zustimmung des Bundesinnenministeriums ab.
Wir bei Pena.ger e.V. stehen den Betroffenen weiterhin zur Seite und fordern einen sofortigen Stopp dieser Abschiebungen. Vertrauen und humanitärer Schutz dürfen keine leeren Versprechen bleiben.


